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Junkers Dessau - Fotografie und Werbegrafik 1892-1933 Hrsg. Hans G. von Gaertringen
Wie kaum ein anderer deutscher Konzern standen die Junkers-Werke in Dessau, bekannt vor allem für Flugzeugproduktion und Warmwassertechnik, in den zwanziger Jahren für technische Innovation und die Zusammenarbeit mit Künstlern und Intellektuellen. Darunter waren auch viele Vertreter des Bauhauses, das seit 1926 ebenfalls in Dessau ansässig war.
Die bildliche Überlieferung aus dieser produktiven Hochphase der Junkers-Werke, zu der Industriefotografien, Luftbilder, Fotomontagen und Werbegrafik gehören, ist heute auf verschiedene Orte verstreut. Anläßlich des 150. Geburtstages von Hugo Junkers am 3. Februar 2009 wird hier ein Bildarchiv rekonstruiert, das selbst in seinem fragmentarischen Zustand noch zu den bedeutendsten Zeugnissen deutscher Industriekultur gehört. Dabei werden die vielen Facetten des Konzerns deutlich – Forschungsanstalt, kommerzielles Unternehmen, Arbeitgeber, Ausbildungsstätte, Hersteller von Massenprodukten und politische Einflußgröße.
1933 wurde der Firmengründer, der intellektuelle Forscher und Innovator Hugo Junkers, enteignet, um den Flugzeugkonzern in die deutsche Rüstungsindustrie einzugliedern. 1945 wurden die Dessauer Werke von den Alliierten demontiert, so daß heute nur noch Bilder und Dokumente an den Konzern und seine Geschichte erinnern.

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bauhaus junkers sozialdemoktatie - ein kraftfeld der moderne Dr. Walter Scheiffele
Als das Weimarer Bauhaus 1925 nach Dessau kommt, beginnt dort eine neue Ära für das ebenso berühmte wie umstrittene Institut. Wird das Bauhaus ein BAUhaus? Kann es sein Programm einer „Einheit von Kunst und Technik" realisieren?
In Dessau entwickelt sich eine Konstellation, in der Kunst, Industrie und Politik aufeinander wirken. Ein Kraftfeld der Moderne entsteht. Neben dem liberalen Oberbürgermeister Fritz Hesse drängt vor allem der Führer der sozialdemokratischen Partei, Heinrich Peus, auf eine Modernisierung der Stadt. Er sorgt zusammen mit Hesse dafür, dass das Bauhaus nach Dessau kommt, und er schafft einer zweiten Fraktion der Moderne um Adolf Loos den Spielraum für gestalterische Experimente. Der Flugzeugkonstrukteur Hugo Junkers gibt mit seinen Fabriken das Beispiel einer innovativen Technik, die den Künstlern am Bauhaus nicht nur Vorbild ist, sondern die selbst in Wettbewerb mit den Künsten tritt.

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Der Fliegerblick - Intellektuelle, Radikalismus und Flugzeugproduktion bei Junkers 1914-1934
Detlef Siegfried
Nach dem Ersten Weltkrieg mobilisierte die Faszination des Fliegens die deutsche Nation. Aufgrund des Friedensvertrags zur Konzentration auf die zivile Luftfahrt gezwungen, errang Deutschland einen beträchtlichen Vorsprung im internationalen Verkehrsflugzeugbau. Spektakuläre Erfolge nährten die Hoffnung der Deutschen, über die »dritte Dimension« einen nationalen Wiederaufstieg erreichen zu können. Hinzu kam, dass der Fliegerblick, die Perspektive von oben, auch eine völlig neue Sicht auf die Welt eröffnete. Er regte nicht nur politische Utopien an, sondern auch ästhetische Konzepte und architektonische Entwürfe.
Detlef Siegfried beleuchtet die politische und ästhetische Debatte um das Fliegen am Beispiel der Entwicklung der Junkers-Flugzeugwerke – des damals national wie international führenden Flugzeugherstellers mit Sitz in Dessau. Seit der Mitte der 20er Jahre, als sich das Bauhaus am gleichen Ort ansiedelte, entstand hier eine in vielerlei Hinsicht einmalige Schnittstelle von künstlerischer und technischer Moderne, die auch politische Projektionen auf sich zog.
Die Auseinandersetzung um eine militärische oder zivile, eine nationale oder kosmopolitische Definition des Fliegens führte 1931 im Junkers-Management zu einer Machtprobe, die eine Gruppe ehemals linksradikaler Intellektueller gegen die nationalistischen Militärdirektoren für sich entschied. Zu ihr gehörten ein früherer kommunistischer Theoretiker, ein Maler und ein Schriftsteller. Anhand der linksintellektuellen Gruppe und ihrer Auseinandersetzungen mit den nationalistischen Militärs werden die politischen Implikationen des Fliegens in der Zwischenkriegszeit untersucht. 1933 wurden die Junkerswerke durch Zwangsenteignung ganz der Verfügungsgewalt des Reiches unterstellt und damit in die nationalsozialistische Politik zum Aufbau einer neuen Luftwaffe eingeordnet.

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